3D-Drucker Fehlerbehebung Filament wird nicht extrudiert

Der 3D Drucker extrudiert zu Beginn kein Filament

Zu Beginn des 3D Drucks wird kein Material gefördert, oder es wird kein Material auf das Druckbett des 3D Druckers aufgetragen. Wenn Sie auf dieses Problem stoßen, haben Sie mehrere mögliche Fehlerquellen, die wir Ihnen nachfolgend aufzeigen und Ihnen beschreiben, wie Sie diesen Fehler beheben können. Wir gehen bei den hier beschriebenen Fehlern davon aus, dass kein technischer Defekt vorliegt (z. B. ein gebrochenes Heaterkabel oder ein defekter Feedermotor) und Sie bereits die Parameter Ihres Druckers mit denen Ihres Filaments geprüft haben (also insbesondere die Temperatur des Hotends).

Es ist nicht genügend Filament im Hotend vorhanden

Bevor Ihr 3D Druck startet, muss zunächst etwas Filament in das Hotend gefördert werden. Dort wird es auf die notwendige Temperatur aufgeheizt, bis das Filament flüssig genug ist, um es durch die Düse zu drücken. Prüfen Sie daher bitte, ob das Filament tatsächlich im Hotenend angekommen ist. Wenn der 3D Drucker zuvor im aufgeheizten Zustand im Leerlauf war, könnte es sein, dass das im Hotend vorhandene Filament bereits aus der Düse getropft ist und eine Lücke im vorgeheizten Filament entstanden ist. Durch manuelles Fördern des Filaments können Sie genügend Filament nachschieben; einige Zentimeter Material sollten ausreichen. Sie können in Ihrem Slicer auch eine Einstellung vornehmen, die eine einzelne oder mehrere Linien zunächst rund um das Bauteil drucken. Dieser Vorgang dient dazu, die Düse zu "spülen", sodass ihr 3D-Druck keine Lücken oder Reste des zuvor verwendeten Materials aufweist und während des 3D Drucks ein gleichmäßiger Strang Filament austritt.

Der Abstand zwischen Düse und Druckbett ist zu gering

Ist der Abstand zwischen Düse und Druckbett zu gering, kann nicht genügend Material durch die Düse gefördert werden. In der Folge sehen Sie keine oder eine kaum sichtbare Linie Filament auf Ihrem Druckbett. Zwar können alle weiteren Schichten außer der ersten Schicht wieder normal gedruckt werden, jedoch nicht, wenn durch den zuvor zu kleinen Abstand die Düse im Ergebnis verstopft, oder der Feeder sich bereits in das Filament eingegraben hat. Sollte Ihr 3D-Drucker nicht über ein automatoisches Bedleveling verfügen, stellen Sie den Abstand zwischen Düse und Druckbett manuell ein. In der Regel ist ein Abstand der Dicke eines Blatt Papiers ausreichend. Beachten Sie bitte, dass Sie den Abstand an mehreren Punkten des Druckbetts prüfen. Unserer Erfahrung nach können die Druckbetten der 3D Drucker uneben sein (perfekt eben sind sie praktisch nie), sodass Sie an unterschiedlichen Stellen auch einen abweichenden Düsenabstand zum Druckbett haben. Wählen Sie also den besten Kompromiss aus allen Positionen.

    • Unser Tipp für abnehmbare Druckplatten: Legen Sie die Druckplatte auf eine ebene Fläche (z. B. ein Tisch) und prüfen Sie, ob die Druckplatte an allen Seiten glatt aufliegt. Ein verbogenes Druckbett sollten Sie austauschen.

Der Feeder hat zuviel oder zu wenig Anpressdruck

Der Feeder Ihres 3D Druckers fördert das Filament zum Hotend. Damit das funktioniert, muss der Anpressdruck des Feeders korrekt eingestellt sein. Ist der Anpressdruck zu groß, gräbt sich das Feederrad in das Filament ein, bis nicht mehr genügend Material gefördert werden kann und das Feederrad durchdreht. In diesem Fall werden Sie unter Ihrem Feeder Filamentbrösel entdecken. Ist der Anpressdruck zu gering, kann das Filament nicht mit ausreichend Druck vorgeschoben werden und der Filamentfluß kommt ins Stocken. Prüfen Sie ein Stück Filament, das den Feeder bereits passiert hat und sehen Sie sich das auf das Filament gedrückte Muster (je nach Feeder Zacken oder Rillen). Dieses Muster muss oberflächlich und gleichmäßig auf dem Filament zu sehen sein. Können Sie das Muster kaum erkennen, ist der Anpressdruck wahrscheinlich zu gering. Erhöhen Sie daher den Anpressdruck, fördern Sie ein Stück frisches Filament und prüfen Sie das Muster erneut. Ist das Muster auf dem Filament unregelmäßig, ist die Verschraubung des Feeders möglicherweise locker oder das Feederrad beschädigt. Ist das Muster hingegen sehr stark in das Filament gedrückt (das Feederrad hat deutliche tiefe Spuren im Filament hinterlassen), nehmen Sie den Anpressdruck etwas zurück.

    • Beachten Sie bitte: ein beschädigtes Feederrad sollten Sie umgehend austauschen, um weitere Schäden am 3D Drucker zu vermeiden.

Das Hotend oder die Düse ist verstopft

Das Hotend heizt das Filament Ihres 3D Druckers auf die passende Temperatur auf, sodass es über die Düse austreten kann. Sollten Sie bei Ihrem Hotend die Düse abnehmen können, entfernen Sie bitte die Düse und fördern Sie Filament durch das aufgeheizte Hotend. Sollte das Filament nicht durch das Hotend gefördert werden können, heizen Sie das Hotend auf eine Temperatur auf, die deutlich über der empfohlenen Drucktemperatur des Filaments liegt (bei PLA z. B. 230-240°C). Sollten Sie die Düse nicht abnehmen können, oder konnten Sie feststellen, dass die Düse selbst verstopft ist, können Sie versuchen, das Filament mit einer feinen Nadel durchzudrücken.

    • Vorsicht: achten Sie darauf, die Düse nicht zu beschädigen, das könnte die Düse unbrauchbar machen.

Eine bei 3D Druckern mit Bowdensystem beliebte und bewährte Methode ist der Atomic Pull. Bei dieser Methode wird ein Stück Filament manuell in das Hotend eingeführt, überhitzt und manuell durch die Düse gedrückt. Anschließend wird das Hotend auf einen sehr warmen Zustand abgekühlt und das Filament mit einem schnellen Ruck aus dem Hotend herausgezogen. Bei PLA heizen Sie das Hotend z. B. auf ca. 230-240°C auf bevor Sie es durchdrücken und lassen es anschließend auf ca. 85-95°C abkühlen, bevor Sie es wieder herausziehen. Das Filamentstück muss sich leicht aus dem Hotend herausziehen lassen, ohne sich dabei zu verformen. Der Vorteil des Atomic Pull ist, dass auch verbrannte Filamentreste aus der Düse entfernt werden. Wiederholen Sie diesen Vorgang also so lange, bis Sie keine verbrannten Rückstände mehr auf dem Filament sehen.

    • Unser Tipp: verwenden Sie weißes PLA für den Atomic Pull, so sehen sie Rückstände am leichtesten.


Zur Übersicht Fehlerbehebung FDM/FFF 3D-Druck


Back to top