3D-Drucker Fehlerbehebung Filament wird nicht extrudiert

3D-Drucker Schulung bei Freeform4U anfragen

Der 3D Drucker extrudiert zu Beginn kein Filament

Zu Beginn des 3D Drucks wird kein Material gefördert, oder es wird kein Material auf das Druckbett des 3D Druckers aufgetragen. Wenn Du auf dieses Problem stößt, hast Du mehrere mögliche Fehlerquellen, die wir Dir nachfolgend aufzeigen und Dir beschreiben, wie Du diesen Fehler beheben kannst. Wir gehen bei den hier beschriebenen Fehlern davon aus, dass kein technischer Defekt vorliegt (z. B. ein gebrochenes Heater-Kabel oder ein defekter Feedermotor) und Du bereits die Parameter Deines Druckers mit denen Deines Filaments geprüft hast (also insbesondere die Temperatur des Hotends).

Es ist nicht genügend Filament im Hotend vorhanden

Bevor Dein 3D Druck startet, muss zunächst etwas Filament in das Hotend gefördert werden. Dort wird es auf die notwendige Temperatur aufgeheizt, bis das Filament flüssig genug ist, um es durch die Düse zu drücken. Prüfe daher bitte, ob das Filament tatsächlich im Hotend angekommen ist. Wenn der 3D Drucker zuvor im aufgeheizten Zustand im Leerlauf war, könnte es sein, dass das im Hotend vorhandene Filament bereits aus der Düse getropft ist und eine Lücke im vorgeheizten Filament entstanden ist. Durch manuelles Fördern des Filaments kannst Du genügend Filament nachschieben; einige Zentimeter Material sollten ausreichen. Du kannst in Deinem Slicer auch eine Einstellung vornehmen, die eine einzelne Linie oder auch mehrere Linien zunächst rund um das Bauteil drucken (Skirt). Dieser Vorgang dient dazu, die Düse zu "spülen", sodass Dein 3D-Druck keine Lücken oder Reste des zuvor verwendeten Materials aufweist und während des 3D Drucks ein gleichmäßiger Strang Filament austritt.

Der Abstand zwischen Düse und Druckbett ist zu gering

Ist der Abstand zwischen Düse und Druckbett zu gering, kann nicht genügend Material durch die Düse gefördert werden. In der Folge siehst Du keine oder eine kaum sichtbare Linie Filament auf Deinem Druckbett. Zwar können alle weiteren Schichten außer der ersten Schicht wieder normal gedruckt werden, jedoch nicht, wenn durch den zuvor zu kleinen Abstand die Düse im Ergebnis verstopft, oder der Feeder sich bereits in das Filament eingegraben hat. Sollte Dein 3D-Drucker nicht über ein automatisches Bedleveling verfügen, stelle den Abstand zwischen Düse und Druckbett bitte manuell ein. In der Regel ist ein Abstand der Dicke eines Blatt Papiers ausreichend. Beachte bitte, dass Du den Abstand an mehreren Punkten des Druckbetts prüfst. Unserer Erfahrung nach können die Druckbetten der 3D Drucker uneben sein (perfekt eben sind sie praktisch nie), sodass Du an unterschiedlichen Stellen auch einen abweichenden Düsenabstand zum Druckbett hast. Wähle also den besten Kompromiss aus allen Positionen aus.

    • Unser Tipp für abnehmbare Druckplatten: Lege die Druckplatte auf eine ebene Fläche (z. B. ein Tisch) und prüfe, ob die Druckplatte an allen Seiten glatt aufliegt. Ein verbogenes Druckbett solltest Du austauschen.

Der Feeder hat zu viel oder zu wenig Anpressdruck

Der Feeder Deines 3D Druckers fördert das Filament zum Hotend. Damit das funktioniert, muss der Anpressdruck des Feeders korrekt eingestellt sein. Ist der Anpressdruck zu groß, gräbt sich das Feederrad in das Filament ein, bis nicht mehr genügend Material gefördert werden kann und das Feederrad durchdreht. In diesem Fall wirst Du unter Deinem Feeder Filamentbrösel entdecken. Ist der Anpressdruck zu gering, kann das Filament nicht mit ausreichend Druck vorgeschoben werden und der Filamentfluss kommt ins Stocken. Prüfe ein Stück Filament, das den Feeder bereits passiert hat, und sieh Dir das auf das Filament gedrückte Muster (je nach Feeder Zacken oder Rillen) an. Dieses Muster muss oberflächlich und gleichmäßig auf dem Filament zu sehen sein. Kannst Du das Muster kaum erkennen, ist der Anpressdruck wahrscheinlich zu gering. Erhöhe daher den Anpressdruck, fördere ein Stück frisches Filament und prüfe das Muster erneut. Ist das Muster auf dem Filament unregelmäßig, ist die Verschraubung des Feeders möglicherweise locker oder das Feederrad beschädigt. Ist das Muster hingegen sehr stark in das Filament gedrückt (das Feederrad hat deutliche tiefe Spuren im Filament hinterlassen), nimm den Anpressdruck etwas zurück.

    • Beachte bitte: Ein beschädigtes Feederrad solltest Du umgehend austauschen, um weitere Schäden am 3D Drucker zu vermeiden.

BMG Extruder von Bondtech für herausragende Ergebnisse

Das Hotend oder die Düse ist verstopft

Das Hotend heizt das Filament Deines 3D Druckers auf die passende Temperatur auf, sodass es über die Düse austreten kann. Solltest Du bei Deinem Hotend die Düse abnehmen können, entferne bitte die Düse und fördere Filament durch das aufgeheizte Hotend. Sollte das Filament nicht durch das Hotend gefördert werden können, heize das Hotend auf eine Temperatur auf, die deutlich über der empfohlenen Drucktemperatur des Filaments liegt (bei PLA z. B. 230-240 °C). Solltest Du die Düse nicht abnehmen können, oder konntest Du feststellen, dass die Düse selbst verstopft ist, kannst Du versuchen, das Filament mit einer feinen Nadel durchzudrücken.

    • Vorsicht: Achte darauf, die Düse nicht zu beschädigen, das könnte die Düse unbrauchbar machen.

Eine bei 3D Druckern mit Bowdensystem beliebte und bewährte Methode ist der Atomic Pull. Bei dieser Methode wird ein Stück Filament manuell in das Hotend eingeführt, überhitzt und manuell durch die Düse gedrückt. Anschließend wird das Hotend auf einen sehr warmen Zustand abgekühlt und das Filament mit einem schnellen Ruck aus dem Hotend herausgezogen. Bei PLA heize das Hotend z. B. auf ca. 230-240 °C auf, bevor Du es durchdrückst. Lasse es anschließend auf ca. 85-95 °C abkühlen, bevor Du es wieder herausziehst. Das Filamentstück muss sich leicht aus dem Hotend herausziehen lassen, ohne sich dabei zu verformen. Der Vorteil des Atomic Pull ist, dass auch verbrannte Filamentreste aus der Düse entfernt werden. Wiederhole diesen Vorgang also so lange, bis Du keine verbrannten Rückstände mehr auf dem Filament siehst.

    • Unser Tipp: Verwende weißes PLA für den Atomic Pull, so siehst Du Rückstände am leichtesten.

Back to top