3D-Drucker Fehlerbehebung 3D-Drucker extrudiert zu wenig Material

Der 3D Drucker extrudiert zu wenig Material (under extrusion)

Wenn Ihr 3D Drucker zu wenig Material fördert, macht sich das durch dünne, brüchige Linien in Ihrem 3D Druck bemerkbar. Dieses Phänomen, auch bekannt als "under extrusion", kann mehrere Ursachen haben, die wir Ihnen nachfolgend kurz erläutern. Doch das wichtigste zuerst, Ihr 3D Drucker kann nicht erkennen, welchen tatsächlichen Durchmesser Ihr aufgespanntes Filament aufweist. Alle notwenigen Einstellungen werden in Ihrer Slicer Software vorgenommen. Vergewissern Sie sich, dass die Einstellungen Ihrer Slicer Software mit der Konfiguration Ihres 3D-Druckers übereinstimmt. Technisch gesprochen: Die Slicer Software errechnet aus den gemachten Angaben zu Filament- und Düsendurchmesser den notwendigen Materialfluss und hinterlegt diesen Wert im GCode, dem Druckbefehl für Ihren 3D Drucker.

Falscher Filamentdurchmesser

Stellen Sie bitte in Ihrer Slicersoftware den tatsächlichen Filamentdurchmesser des aufgespannten Filaments ein. Bei Qualitätsfilamenten ist der Filamentdurchmesser meist mit einer Genauigkeit von ca. 0,05-0,1mm angegeben. Um den korrekten Durchmesser Ihres Filaments zu prüfen, messen Sie bitte auf einer Länge von ca. 1-2m Filament den Durchmesser an mehreren Stellen mit einem Messschieber und ermitteln Sie daraus einen Mittelwert. Angenommen, Sie messen an vier Stellen die Werte 2,81mm, 2,84mm, 2,86mm und 2,85mm, dann übernehmen Sie den Mittelwert 2,84mm. Sollten Sie das Gefühl haben, dass der Durchmesser sehr stark variiert, nehmen Sie an weiteren Stellen neue Messwerte. Unter Umständen enthält Ihr Filament nur eine besondere Unregelmäßigkeit an einem bestimmten Abschnitt. Beachten Sie bitte, dass geringe Abweichungen keinen großen Einfluss auf das Druckergebnis haben werden. Je größer jedoch die Abweichungen, desto stärker die Auswirkung auf Ihr Druckergebnis.

Falscher Düsendurchmesser

In Ihrer Slicer Software können Sie den Düsendurchmesser ebenfalls einstellen. Manche 3D Drucker haben wechselbare Düsen, sodass Sie Ihren 3D-Drucker mit unterschiedlichen Düsendurchmessern bestücken können. Vergewissern Sie sich, dass der Durchmesser Ihrer eingesetzten Düse mit den Einstellungen in Ihrer Slicersoftware übereinstimmt. Darüber hinaus, kann sich der Durchmesser Ihrer Düse im Laufe der Zeit vergößern. Typischerweise werden Messingdüsen bei FDM/FFF 3D Druckern verwendet. Messing hat den Vorteil, dass es leicht zu verarbeiten ist, günstig herzustellen ist und Wärme gut leitet. Ein Nachteil der Messingdüsen ist jedoch, dass die Düsen relativ leicht beschädigt werden können. Beim Einsatz von abrassiven Filamenten (z. B. metallgefülltes Filament, leuchtendes Filament, etc.) wird nach und nach Messing im Inneren der Düse abgerieben, wodurch sich auch die Austrittsöffnung allmählich erweitert.

Sie können den Durchmesser Ihrer Düsen annäherungsweise überprüfen, indem Sie etwas Filament extrudieren und den so entstandenen Faden mit einem Messschieber abmessen. Bitte beachten Sie dabei, dass das ausgetretene Filament nicht den exakten Durchmesser wiedergeben wird, sondern vermutlich etwas breiter sein dürfte. Dennoch erhalten Sie auf diesem Wege zumindest einen Hinweis auf Probleme mit dem Düsendurchmesser in Fällen, bei denen die Abweichung sehr groß ausfällt (z. B. Fadendurchmesser 0,6mm bei einer 0,4mm Düse). Sollte Ihre Düse eine vergrößerte Austrittsöffnung aufweisen, sollten Sie über einen Austausch nachdenken. Natürlich können Sie aber auch mit einem veränderten Wert für den Düsendurchmesser in Ihrer Slicer Software drucken.

Verschmutzte Düse

Bei der Verarbeitung von Filament in Ihrem 3D Drucker setzen sich nach und nach Rückstände des verwendeten Materials ab. Dies können Russrückstände oder Farbpartikel sein. Durch die Ablagerungen wird einerseits die Wärmeleitfähigkeit geringfügig eingeschränkt und andererseits der zur Verfügung stehende Raum innerhalb der Düse verringert. Im Ergebnis wird das Filament zunehmend schlechter zu verarbeiten sein. Zum Reinigen der Düse werden im Handel spezielle Reinigungsfilamente angeboten. Eine weitere Methode ist der Atomic Pull. Bei dieser bei 3D-Druckern mit Bowdensystem eingesetzten Methode heizen Sie das Filament auf, drücken es von Hand durch die Düse und lassen die Düse anschließend bis auf ca. 85-90°C abkühlen. Anschließend ziehen Sie das Filament mit einem Ruck aus der Düse. Dadurch werden Rückstände mit herausgerissen. Wiederholen Sie den Vorgang, bis an dem herausgezogenen Filament keine Rückstände mehr anhaften.

Erhöhen Sie die Flussrate (flow rate)

In Ihrer Slicer Software sollten Sie eine Einstellmöglichkeit zur Regulierung der Materialflussrate finden können. Wenn alle zuvor beschriebenen Möglichkeiten keine Besserung im Druckergebnis gebracht haben, können Sie mit der Erhöhung der Materialflussrate einen höheren Materialdurchsatz erzwingen. Tasten Sie sich bitte schrittweise an einen Wert, der Ihren Vorstellungen am nächsten kommt. Die Materialflussrate wird in Prozent angegeben, ein Wert von 102 bspw. bedeutet eine um 2% erhöhte Flussrate, ein Wert von 95 hingegen bedeutet eine um 5% reduzuierte Flussrate. Je nach 3D Drucker und verwendeter Slicer Software sind möglicherweise feste Profile für Ihren 3D Drucker hinterlegt. Erhöhen Sie in Ihrer Slicer Software langsam (am besten nicht mehr als 2% mit einerm Mal) den Wert der Materialflussrate und unternehmen Sie anschließend einen Probedruck.


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